Libelle als Drohne

Eine Libelle als hybride Drohne – das Bild verstört. Eine ethische Wertung bleibt freigestellt. Fakt ist: die Technologie dahinter ist beeindruckend.

Draper Laboratory, Inc. ist sicherlich einer der grossen Wegweiser im Hinblick auf zukunftsweisende Technologien. Das zeigt auch das DragonflEye – Projekt, einer Zusammenarbeit mit dem Howard Hughes Medical Institute. Hier geht es um deutlich mehr, als man auf den ersten Blick vermuten könnte: Glasfaser wäre viel zu grob, also haben die Forscher eigens für DragonflEye winzige optische Strukturen („Optroden“) entwickelt, die es – verbunden mit dem relevanten Nerv -ermöglichen, mit Lichtimpulsen die für die Steuerung der Libelle zuständigen Neuronen zielgerichtet zu stimulieren. Das geschieht so genau, dass keine der mehreren 1000 Neuronen in der unmittelbaren Umgebung beeinflusst werden. Die Libelle kann so quasi wie eine Drohne gelenkt werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind quasi grenzenlos. Denkbar sind gezielte Bestäubungsaktionen, Auslieferung von Kleinstlasten, Aufklärungs-Missionen… Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die verwendete Technik auch Einzug hält in Bereiche der Humanmedizin, denn was auf dem Foto ein bisschen so aussieht wie ein Rucksack für die Libelle ist geradezu ein Wunderwerk an Technik. Dieses System verschiebt die Grenzen von Energiespeicherung, Bewegungserkennung, Algorithmen, Miniaturisierung und Optogenetik. – Lies den englischen Artikel unter: http://www.draper.com/news/equipping-insects-special-service

 

Foto: Draper