30 Tage Haft für Drohnen-Pilot

 

Exempel statuiert: erstmals harte Strafen in Seattle für Missbrauch von Drohnen im öffentlichen Raum

 

Laut eines Berichts der Seattle Times vom 24. Februar 2017 wurde Paul M. Skinner, ein Luftbild-Fotograf, im Januar 2017 von einer 6 köpfiges Jury der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig befunden. Seine Drohne habe 2 Personen während „Seattle’s 2015 Pride Parade“ verletzt. Eines der Opfer erlitt lediglich eine Prellung. Eine getroffene Frau aber ging regelrecht KO, konnte jedoch gerade noch von ihrem geistesgegenwärtigen Freund aufgefangen werden. Die damals 25-Jährige stand an der Ecke Fourth Avenue / Madison Street am 28. Juni 2015, als der Vorfall passierte. Ihr falle es heute noch schwer, über den Vorfall zu sprechen. Der Inhaber einer Luftbild-Firma soll dafür jetzt 30 Tage absitzen.

 

Willie Gregory, Richter des Amtsgerichts in Seattle, brummte dem Unglückspiloten gleich noch eine $500 – Strafe zusätzlich auf. Zudem habe Skinner Schadensersatz zu leisten für die Kosten medizinischer Behandlungen des Opfers, die bei einer Anhörung im Mai 2017 erörtert würden, so das Büro der Staatsanwaltschaft. Diese hatte 90 Tage Haft gefordert.

 

Staatsanwalt Pete Holmes begründete diese Forderung: Skinner habe in Kauf genommen, das Personen ernsthaft, ja gar tödlich verletzt werden könnten. Die missbräuchliche Nutzung von Drohnen gefährde ernsthaft die öffentliche Sicherheit und es werde immer schlimmer. Weitere Stimmen aus der Staatsanwaltschaft (Namen und Funktionen im Original-Artikel) gaben zum Besten, es könne doch nicht sein, dass die Bürger Seattles ständig damit rechnen müssten, dass sie von vom Himmel fallenden Drohnen getroffen würden…

 

Das Gericht gab dem Piloten zu verstehen, dass es keinerlei Absicht unterstelle, sondern erkenne, dass es sich in der Angelegenheit um einen Unfall handele. Dennoch sei seine Handlungsweise geeignet gewesen, Menschen der Gefahr einer gesundheitlichen Beeinträchtigung auszusetzen, was durch den Verlust der Kontrolle über seine Drohne dann auch so passiert sei.

 

Skinner wollte sich am Telefon nicht äussern, sein Anwalt teilte jedoch mit, man werde das Urteil anfechten: es sei schlicht unangemessen für einen Fall ohne internationale Bedeutung. Das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig. Um eins wird Skinner jedoch wohl nicht herumkommen: um die angeordnete Schulung in Bezug auf Sicherheit beim Umgang mit und dem Betrieb von Drohnen.
Der Artikel der Seattle Times ist im Original zu finden unter http://www.seattletimes.com/seattle-news/crime/pilot-of-drone-that-struck-woman-at-pride-parade-sentenced-to-30-days-in-jail/

 

Wichtig in o.g. Zusammenhang ist zu wissen, dass die Sitzung im Januar 2017 zeitlich ungünstig für Skinner kam: eine Drohne war während der Vorbereitungsarbeiten zum Feuerwerk für Silvester in das Seattle’s Space Needle eingeschlagen. Verletzt wurde dabei niemand, die sichergestellten Aufnahmen jedoch hinterliessen im Bewusstsein der Öffentlichkeit sicherlich Eindruck.( zum Video )

Foto: Seattle Times